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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

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Pflanze - Pflanzenzüchtung

Projekt:

Ausweitung des Sojaanbaus in Deutschland durch züchterische Anpassung sowie pflanzenbauliche und verarbeitungstechnische Optimierung

FKZ:

Laufzeit:

 
11NA003 01-01-2011 bis 31-12-2013 Dieses Projekt ist noch in Bearbeitung.

Ausführende Stelle:

Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland e.V. (FIBL), Kasseler Str. 1a, 60486 Frankfurt am Main Ansprechpartner: Dr. Klaus-Peter Wilbois Telefon: 069/71376976 Email: Klaus.Wilbois@fibl.de

Kurzportrait:

Mit dem Anbau von Soja in Deutschland sind Vorteile verbunden, die derzeit aufgrund der nicht hinreichenden züchterischen Anpassung der Sojapflanze an unsere Klimate kaum nutzbar sind. Das Forschungsvorhaben macht es sich zum Ziel, einen substantiellen Beitrag zur Verbesserung dieser Situation zu leisten. So soll durch Züchtung geeigneter Sorten sichergestellt werden, dass die steigende Nachfrage nach qualitativer hochwertiger Soja für Futter- und Speisezwecke mittelfristig aus lokaler Produktion gedeckt werden kann und der Sojaanbau als interessante Einkommensalternative für ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe über die aktuell bestehenden Gunstlagen hinaus etabliert werden kann. Dieses Ziel soll durch die Züchtung frühreifer, tagneutraler, ertragreicher und qualitativ hochwertiger Genotypen mit geringeren Wärmesummenansprüchen, hoher Beikrautunterdrückung bzw. -toleranz, verbesserter biologischer N-Fixierung und gutem Abreifeverhalten sowie der Etablierung innovativer pflanzenbaulicher Maßnahmen zur Verfrühung bzw. zur Verlängerung der möglichen Vegetationszeit erreicht werden. Da in Deutschland den Praktikern häufig das Wissen um den Sojaanbau fehlt, hängt eine weitere Verbreitung des Sojaanbaus von der Verfügbarkeit und Vermittlung von Wissen zur Kulturführung von Soja ab. Daher wird eine ausführliche Anbauanleitung sowie ein Webauftritt mit allen relevanten Themen für den Anbau von Soja erstellt, es werden Praxisfeldtage und Akteurworkshops durchgeführt und die Ergebnisse werden zum Abschluss des Projektes in einem Soja-Symposium vorgestellt. Für die Selektion fortgeschrittener Zuchtstämme werden Landwirte und Vertreter der verarbeitenden Industrie herangezogen. Das im Verlauf des Projektes erstellte Zuchtmaterial wird über Pflanzenzuchtfirmen und Vermehrungsbetrieben dem Ökologischen Landbau zur Verfügung gestellt und kann auch von konventionellen Landwirten genutzt werden. Das Fehlen flächendeckender Aufbereitungskapazitäten für Futtersoja ist als wesentliches Hemmnis in der Praxis anzusehen. Daher werden in dem Verbundvorhaben Fragen zur schnellen Qualitätsbestimmung für kleine Tonnagen, optimale Gestaltung von mobilen Anlagen zur Sojaaufbereitung, Anlagenkonzepte für die hofeigene Aufbereitung, Überprüfung von Aufbereitungsanlagen hinsichtlich Einsatzgebiete, Futterwert und Haltbarkeit sowie weitere Wertschöpfungspotenziale der Sojabohne bearbeitet. Der Projektnehmer ist dreifach als Koordinator eingebunden. Ihm obliegt sowohl die Koordination des Verbundvorhabens als auch die Koordination der Arbeiten im AP 2 zum Prüfanbau und Selektion von Speise- und Futtersoja hinsichtlich Kühle- und Unkrauttoleranz und die Koordination von AP 5 Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit. Im AP 2 sollen im Prüfanbau auf 5 Standorten Sorten und Genotypen auf ihre Anbaueignung geprüft werden. Das dabei genutzte Sortiment enthält ein Kernsortiment von 3 Sorten, das an jedem Standort und über alle 3 Jahre als Prüfstandard mit geprüft wird. Weitere 12 Sorten werden einem Standardsortiment entnommen, welches aktuell im praktischen Anbau genutzt wird. Ab dem 2. Versuchsjahr werden weniger erfolgreiche Varianten sukzessiv durch erfolgversprechende und vorvermehrte fortgeschrittene Zuchtstämme ersetzt. Erfasst werden Parameter zur Phänologie, Vegetationsdauer, Ertragsbildung und Qualität. Die 5 Prüfstandorte sind in verschiedenen klimatischen Regionen angesiedelt und werden vor Ort durch einen Projektpartner betreut. Standort Osnabrück: Hochschule Osnabrück, Prof. Trautz Standort Frankenhausen: Universität Kassel, Prof. Heß Standort Köln-Auweiler: LWK Rheinland, Herr Paffrath (eingebunden als Unterauftragnehmer durch UNI Kassel) Standort Obbach: FIBL Dr. Wilbois und Naturland, Herr Vogt-Kaute (eingebunden als Unterauftragnehmer durch FIBL) Standort Willstätt: Universität Hohenheim, Dr. Hahn In AP 5 koordiniert der Projektnehmer die Arbeiten“ Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit“. Der Anbau des Zuchtmaterials auf den 5 Prüfstandorten dient gleichzeitig als Demonstrationsfläche, um Landwirte in den verschiedenen Regionen mit dem Sojaanbau vertraut zu machen und anbautechnisch zu beraten. Als Wissenstransfer ist die Erstellung einer Broschüre, Veröffentlichung der Ergebnisse in Fachartikeln, wissenschaftlichen Publikationen und auf www.oekolandbau.de, Praxisfeldtage (auf weiteren Standorten als den 5 Prüfstandorten), ein Webauftritt, internetbasierte Informationen, ein Akteurworkshop 2012 und ein Sojasymposium 2013 vorgesehen. Im Paket Wissenstransfer ist der Deutscher Sojaförderring/LTZ Augustenburg (Herr Recknagel) als Multiplikator eingebunden. Der Projektnehmer FIBL ist als Partner in AP 1c zwecks Durchführung der Arbeiten zur Optimierung von Bradyrhizobien mit kühletoleranten Sojasorten (Unterauftrag an FIBL Schweiz, Dr. Messmer) beteiligt. In weiteren Arbeitspaketen sollen Defizite und Probleme bei der Verarbeitung der heimisch erzeugten Sojabohne durch ein sechsteiliges Konzept mit intensiver Beratung entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelöst werden. Dieser Ansatz umfasst die (1) Entwicklung von Anlagenkonzepten und Beratung von Betrieben bei der Entwicklung betriebseigener Lösungen, (2) Erfassung und Entwicklung von Qualitätsparametern bei der Aufbereitung, (3) Erfassung von Futterqualitäten und Entwicklung von Futterempfehlungen von heimisch produzierter und aufbereiteter Sojaware, (4) Optimierung der Entölung von Soja und Entwicklung von Verwertungsmöglichkeiten des anfallenden Öls, (5) Probleme bei der Lagerung und Fragen der Haltbarkeit sowie den (6) Wissenstransfer mittels Publikationen/Internet und Praxistagen. Dieses Projekt ist Teil des Verbundprojekts 11NA001 - 11NA008.



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