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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Pflanze - Pflanzenschutz

Projekt:

Regulierung der Doldenwelke im ökologischen Holunderanbau

FKZ:

Laufzeit:

 
06OE327 01-04-2007 bis 31-03-2012 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau, Meckenheimer Str. 40, 53359 Rheinbach Ansprechpartner: Dipl.-Ing. agr. Jürgen Zimmer Telefon: 02641/978617 Email: juergen.zimmer@dlr.rlp.de

Kurzportrait:

Ziel des Projektes ist es, Möglichkeiten zur Regulierung der Doldenwelke beim Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) zu erarbeiten. Unter Einbeziehung kulturtechnischer Maßnahmen, wie z.B. der Einfluss der Schnittmaßnahmen auf den Befallsgrad der Doldenwelke, soll ermittelt werden, ab welchem Entwicklungsstadium die Erreger der Doldenwelke auftreten. Aus den gewonnenen Erkenntnissen kann anschließend die Bestimmung der Hauptinfektion erfolgen und somit eine optimale Terminierung für Applikationen erarbeitet werden. Da im ökologischen Holunderanbau noch keine Behandlungsstrategie zur Bekämpfung der Doldenwelke vorhanden ist, wird eine Prüfung verschiedener im ökologischen Obstbau zugelassener Präparate zur Bekämpfung der Doldenwelke erfolgen. Ziel ist die Entwicklung einer praxisrelevanten Strategie zur Bekämpfung der Doldenwelke durch Kombination verschiedener Verfahren mit anschließender Etablierung in der Praxis.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Ziel des Projektes war es, Möglichkeiten zur Regulierung der Doldenwelke beim Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) zu erarbeiten. Dazu wurde zunächst das zeitliche Auftreten der Pathogene erfasst sowie die Erreger bestimmt. In den vier in Nord- und Westdeutschland untersuchten Holunderanlagen wurde die Doldenwelke überwiegend durch Colletotrichum acutatum verursacht. Andere pilzliche Welkeerreger (wie Fusarium sp., Phoma sp.) spielten in den drei Jahren vergleichsweise nur eine untergeordnete Rolle. Vor allem ab Farbumschlag der Beeren stieg der Befall drastisch an. Untersuchungen zur Überdauerung von Colletotrichum acutatum in einer Befallsanlage haben ergeben, dass der Erreger im Dezember an alten Früchten und Fruchtstielen nachzuweisen war. Bei Probenahme im März und April konnte er an den Knospen zahlreicher einjähriger Triebe (= Fruchtholz für die bevorstehende Saison) – bevorzugt im apikalen Bereich - gefunden werden. Ebenso trat er auf dem nicht verrotteten Stielgerüst von auf dem Boden liegenden Fruchtdolden des Vorjahres und auf am Baum verbliebenen Zapfen vorjähriger Tragruten auf. In den Versuchsjahren 2007 bis 2009 wurden zahlreiche dem ökologischen Anbau zur Verfügung stehende Präparate in Freilandversuchen auf ihre Wirkung gegenüber der Holunderdoldenwelke getestet. Da bis dahin wenig erfolgreiche Ergebnisse erzielt werden konnten, wurden in den Folgejahren eine Fülle von weiteren Präparaten in Diffusionstests auf PDA-Nährmedium getestet und darauf basierend weitere Freilandversuche angelegt. Keines der Produkte konnte im Freiland eine zufrieden stellende Wirkung erzielen. Präparate auf Kupfer- oder Schwefelbasis, Bicarbonate oder Mykoparasit-Präparate wie Polyversum, die in Jahren mit schwachem Befall gute Wirkansätze zeigten, konnten in Jahren mit starkem Befall keinen Erfolg mehr verzeichnen. Da die Ausbreitung und vermutlich auch die Infektion der Dolden mit Colletotrichum acutatum mit einem feuchten Mikroklima zusammen hängt, wurden in der Saison 2010 und 2011 Teile einer Holunderanlage überdacht, um ein trockenes Mikroklima im Baum zu schaffen. Sehr deutliche Ergebnisse zeigt eine Überdachung von der Blüte bis zur Ernte. Hier wird der Befall mit Doldenwelke auf ein Minimum reduziert und die Laborwerte zeigen, dass der Erreger kaum vorhanden ist. Eine Überdachung von der Blüte bis Juli bringt kaum eine Reduktion im Freiland, während eine Überdachung von Juli bis zur Ernte im Freiland noch einen Wirkungsgrad von 45% erzielt, im Labor sogar eine Senkung des Erregerpotenzials um 63%. Nach diesen Ergebnissen spielt die Phase der Blüte also für die Infektion mit Doldenwelke weniger eine Rolle, als bisher vermutet wurde. Beim Schnittversuch kristallisierte sich nach einer Auswertung von vier Versuchsjahren die Variante ‚Schnitt auf 12 Triebe im März’ mit durchgehend konstanten Erträgen heraus, obwohl in dieser Variante mit 16% auch der meiste Ausschuss verworfen werden musste. Ein Schnitt auf 12 Triebe im November erzielte dagegen am wenigsten Ertrag. Ein Schnitt auf acht Triebe resultiert sowohl im November als auch im März in weniger Befall, bringt aber auch weniger Ertrag. Der Blütenschnittversuch zeigte eine deutliche Verringerung an nicht vermarktungsfähiger Ware durch einen Blütenschnitt. Bei einem Schnitt von 50% der Blüten sank der Befall auf 6,7% gegenüber 23% in der Kontrolle. Die Ertragsverringerung belief sich dabei nur auf 30%, teilweise ausgeglichen durch ein höheres Doldengewicht.

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