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Projektliste Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

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Tier - Tierzucht

Projekt:

Eignung unterscheidlicher Herkünfte für die ökologische Haltung von Masthähnchen - Feldprüfung

FKZ:

Laufzeit:

 
07OE037 16-03-2008 bis 30-09-2009 Dieses Projekt ist abgeschlossen.

Ausführende Stelle:

Universität Kassel, Fachgebiet Nutztierethologie und Tierhaltung, Nordbahnhofstraße 1a, 37213 Witzenhausen Ansprechpartner: Prof. Dr. Ute Knierim Telefon: 05542/9816-47 Email: Knierim@wiz.uni-kassel.de

Kurzportrait:

Derzeit besteht im Ökolandbau Uneinigkeit über die Zuchtziele für eine ökologische Geflügelzucht. Die auf einseitige Höchstleistungen gezüchteten Lege- bzw. Masthybriden sind anfällig für Gesundheitsstörungen und mit den zugelassenen Futtermitteln kaum bedarfsgerecht zu füttern. Maßnahmen wie die Zucht einer „Ökohybride“ oder die züchterische Bearbeitung von Rassegeflügel sind allenfalls langfristig möglich. Kurzfristig ist die ökologische Hühnermast auf die vorhandenen Herkünfte angewiesen. Als Alternativen zu den schnell wachsenden Masthybriden kommen langsam wachsende Hybriden oder Rassegeflügel in Betracht. Zu solchen alternativen Herkünften gibt es insgesamt nur wenig Versuchsergebnisse. Dies trifft umso mehr auf Versuche unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus zu. Auf insgesamt 8 Betrieben sind jeweils mindestens 2 langsam wachsende Herkünfte in Gruppen von 30 bis 100 Tieren in jeweils zwei Durchgängen zu prüfen. Die Betriebe sind insgesamt fünfmal je Durchgang zu besuchen. Es sind die Einstallungs- und Anlieferungsbedingungen, das Einstallgewicht, der Futterverbrauch, die Temperatur, die Feuchte, der Auslaufzugang, die Gewichtsentwicklung, die Haltungs- und Fütterungsbedingungen sowie die Abgänge zu dokumentieren. Es sind Erhebungen zur Lauffähigkeit, zum Zustand der Fußballen und der Fersenhöcker sowie zum Gefieder durchzuführen. Außerdem sind auftretende Brustblasen zu beurteilen. Für die Erhebung von Verletzungen, die durch Kannibalismus entstanden sind, ist ein Schema, das ursprünglich auf Legehennen ausgerichtet ist (ARNOULD et al. 2006), zu adaptieren. Ziel des Forschungsvorhabens ist, verschiedene langsam wachsende Herkünfte auf die Eignung für die ökologische Hühnermast zu prüfen. Mit den Ergebnissen sollen Praktiker Empfehlungen für die Auswahl geeigneter Herkünfte erhalten.

Kurzfassung der Ergebnisse:

Die Eignung unterschiedlich langsam wachsender Herkünfte für die ökologische Hühnermast wurde unter dem Aspekt der Tiergesundheit und des Verhaltens untersucht. In zwei Durchgängen wurden insgesamt 5721 Tiere der Herkunft Hubbard JA 757, dreier weiterer, langsamer wachsende Herkünfte und zweier Rasseherkünfte auf je acht Betrieben in je zwei bis vier Gruppen von 27 bis 565 Tieren gemästet. Die mittleren täglichen Zunahmen lagen zwischen 18,3±3,3 g (Rassetiere) und 40,6±6,9 g (Hubbard), die Verluste bei 2,3 ± 2,6 %. Über alle Herkünfte wurden im Mittel weniger als 5 % lahme Tiere festgestellt. Veränderungen der Fußballen (47,7 %), Läsionen der Fersenhöcker (7,3 %), Verschmutzungen des Brustgefieders (67,5 %) und Läsionen der Brusthaut (7,5 %) konnten bei allen Herkünften außer den Rassetieren beobachtet werden. Auch Hautverletzungen kamen bei den Hybriden häufiger vor (37,8 %) als bei den Rassetieren (1,4 %). Unter Einbeziehung der Daten des Projekts 06OE217, bei dem dieselben Herkünfte auf einem Versuchsbetrieb eingestallt waren, wurden signifikante Herkunftsunterschiede gefunden (p<0,0001), wobei die Rassetiere und die langsamer wachsenden Herkünfte meist niedrigere Schadensprävalenzen aufwiesen als die Herkunft Hubbard. Die zusätzlich auf dem Versuchbetrieb gehaltene Herkunft Ross wies meist nochmals weniger Tiere ohne Schäden auf. Je höher die tägliche Zunahme, desto mehr Tiere wiesen Schäden auf (p<0,0001). Das Gewicht und die Brustbreite beeinflussten den Gesundheitszustand der Tiere ebenfalls negativ. In Verhaltenstests waren keine Unterschiede zwischen den Hybridherkünften in ihrer Furchtsamkeit gegenüber einem neuen Objekt oder einem Menschen festzustellen. Vor dem Hintergrund des engen Zusammenhangs zwischen Wachstumsgeschwindigkeit, Brustbreite und dem Auftreten von Gesundheitsproblemen, sollte das Auftreten von Schäden regelmäßig erfasst und stärker diskutiert werden, welche Niveaus in der ökologischen Hühnermast noch tolerabel sind.

Links zu Projektergebnissen:

Ergebnisse dieses Projektes bei Organic eprints...Ergebnisse bei Organic eprints...

Ergebnisse dieses Projektes bei Oekolandbau.de ...Ergebnisse bei Oekolandbau.de...



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