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Aktuelles

26.06.2018Podiumsdiskussion zur Zukunft der Landwirtschaft

Pressemitteilungen

In einer Podiumsdiskussion, die im Forum des Ökolandbau Specials auf den diesjährigen DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld in Sachsen-Anhalt stattfand, wurden zentrale Fragen zur Zukunft der Landwirtschaft diskutiert.

Wie lässt sich die Landwirtschaft in Deutschland bis 2030 zukunftsfähig gestalten? Und welche Rolle spielt der Ökolandbau dabei? Das waren die zentralen Fragen einer Podiumsdiskussion, die im Forum des Ökolandbau Specials auf den diesjährigen DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld in Sachsen-Anhalt stattfand. Neben Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) diskutierten Jan Plagge, Vorstandsmitglied des BÖLW, Hubertus Paetow, Präsident der DLG, und Dr. Ralf-Peter Weber, Staatssekretär des  Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt, wie der Weg zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft aussehen könnte. 

"Wir müssen den Leuten erklären, wofür die Landwirtschaft eine Flatrate-Förderung bekommt", sagte Jan Plagge. Dafür seien Änderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit unumgänglich. So beklagte Plagge, dass die Bindung der Tierhaltung an die Fläche komplett verloren gegangen sei. Ein Zurück zur flächengebundenen Tierhaltung wäre aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt, um das Problem der Nährstoffüberhänge in Boden und Grundwasser zu lösen. 

Auch Dr. Hanns-Christoph Eiden betonte, dass der Blick der Gesellschaft auf die Landwirtschaft deutlich kritischer geworden sei. Deshalb habe auch die Politik das Ziel, die Landwirtschaft insgesamt nachhaltiger zu machen. "Eine gesellschaftliche Übereinkunft darüber, wie eine nachhaltige Landwirtschaft aussehen soll, ist sehr wichtig", sagte Eiden. Das sei aber ein langfristiger Prozess, bei dem es auch darauf ankomme, die Landwirte nicht zu überfordern und mitzunehmen. 

Weniger einig waren sich die Podiumsteilnehmer bei ihren Einschätzungen zum Ziel im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, den Flächenanteil des Ökolandbaus in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 20 Prozent zu steigern. "Ich halte nichts von einem 20 Prozent-Ziel, weil es kein gesellschaftliches Ziel ist." sagte Hubertus Paetow. Viel wichtiger sei es laut Paetow, die gesamte Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Dazu seien vor allem Lösungen für die 90 Prozent der Betriebe notwendig, die konventionell arbeiten. 

Jan Plagge betonte dagegen, dass ein 20 Prozent-Anteil zwar kein gesellschaftliches Ziel sei, wohl aber sauberes Trinkwasser, der Schutz von Insekten und des Klimas. "Diese Dinge werden im Markt nicht belohnt. Deshalb steht der Staat an dieser Stelle in der Verantwortung", sagte Plagge. Aus diesem Grund sei eine verlässliche Unterstützung des Ökolandbaus auf Länder- und Bundesebene notwendig und sinnvoll. "Dennoch brauchen wir natürlich auch die Bereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher, mehr Geld für Bio zu bezahlen", ergänzte Plagge. 

Für BLE-Präsident Eiden ist die Aufstockung des Etats des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) um 10 auf 30 Millionen Euro dabei ein wichtiger Schritt. "Auf dem Weg zu mehr Bio brauchen wir unbedingt den Markt", sagte Eiden. Deshalb würden die zusätzlichen Mittel unter anderem dazu genutzt, die Nachfrage für nachhaltig erzeugte Lebensmittel im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung anzukurbeln, etwa in Kitas und Kantinen.  

"Vor allem geht es darum, mit den verfügbaren Mitteln die Themen richtig zu setzen und gesellschaftliche Anstöße zu geben. So ist die Ernährungsbildung ein Schwerpunkt, um bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ein Bewusstsein für die Vorzüge nachhaltig erzeugter Lebensmittel zu schaffen", erklärte Eiden.