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09.05.2018Bei Ökowein beflügeln Preisaufschläge die Nachfrage

Pressemitteilungen

Höhere Preise und ein soziales oder ökologisches Engagement der Winzerinnen und Winzer können laut einer Studie der Universität Kassel die Nachfrage nach Öko-Weinen ankurbeln.

Deutsche Weinkundinnen und -kunden sind bereit, für deutsche Ökoweine deutliche Aufschläge zu zahlen. Der Preis für Ökowein sollte bei mindestens 5 Euro pro Flasche liegen, da er als wichtiges Signal für die Weinqualität fungiert. Insbesondere bei Haushalten, die mindestens 20 Prozent ihres Weinbudgets für Ökowein ausgeben, wirken sich höhere Preise nachfragefördernd aus. In diesem Kundensegment ist noch ein hohes ungenutztes Nachfragepotenzial vorhanden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie der Universität Kassel, die vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert wurde. Im Fokus stand das reale Einkaufsverhalten von 30.000 Privathaushalten, basierend auf Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus den Jahren 2010 und 2015. 

Ökoweinabsatz abhängig von Einkaufsstätte 

Der Studie zufolge machte der Ökoweinanteil an den Gesamtausgaben für Wein 2015 gerade mal fünf Prozent aus – und lag damit auf gleich hohem Niveau wie im Biolebensmittelsektor. Erwartungsgemäß wurden im Naturkostfachhandel fast ausschließlich Ökoweine gekauft. Bei Weingütern fielen die Anteile ökologischer Weine mit 9,9 Prozent (nach Menge) etwas höher aus als im Weinfachgeschäft. Ganz unten rangierten die Discounter und der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) – mit einem Einkaufsanteil von lediglich 3,4 beziehungsweise 1,7 Prozent. 

Mit 88 Prozent zählten 2015 die meisten deutschen Haushalte zu den Nicht-Ökoweinkäuferinnen und -käufern. Fast jeder achte Haushalt kaufte zumindest gelegentlich Ökowein. Das Segment der Intensiv-Ökoweinkäufer (Ökoweinanteil mindestens 20 Prozent) machte gerade mal 5,4 Prozent aller Haushalte aus, wobei allein 82 Prozent der Ökoweinausgaben auf diese Käufergruppe entfallen. Gleichwohl gaben sie noch rund die Hälfte ihres Weinbudgets für konventionellen Wein aus. Deshalb besteht nach Einschätzung des Forscherteams bei diesem Kundenkreis noch ein hohes Potential zur Ausweitung von Ökokäufen.

Bei Ökoweinpreisen noch viel Spielraum

Die Gruppe der Nicht-Ökoweinkäuferinnen und -käufer verhielt sich sehr preissensibel: Schon bei geringen Preiserhöhungen kauften sie weniger Wein ein. Bei dieser Käufergruppe erwies sich der Preisaufschlag von Ökowein als größte Kaufbarriere. Wer dagegen regelmäßig zu Ökowein greift, verknüpft einen hohen Preis mit einer hohen Qualität. Besonders für heimische Bioqualität ist dieses Kundensegment bereit, deutliche Aufschläge zu zahlen. 

Nach Einschätzung der Forscher können Weinproduzentinnen und -produzenten im Premiumpreissegment jedoch nicht direkt vom Öko-Siegel profitieren. Zusätzlich gilt es, andere Inhalte in die Produktgestaltung aufzunehmen, um die Marke aufzuladen und eine Differenzierung gegenüber Konkurrenten zu schaffen. 

Winzerinnen und Winzer können sich etwa von anderen Ökoweinbetrieben deutlich abgrenzen, indem sie sich sozial oder in Punkto Biodiversität engagieren.  Die offizielle Bezeichnung der BÖLN-Studie lautet "Nachfrageanalyse Öko-Wein".

Weitere Informationen unter Organic Eprints.