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Aktuelles

08.02.2017Humuswirtschaft auf viehlosen Betrieben

Pressemitteilungen

Für den Aufbau von Humus auf reinen Ackerbaubetrieben kann eine regelmäßige Gründüngung wertvoller sein als die Einarbeitung von Stroh. Dies ist das Ergebnis einer vom BÖLN finanzierten Studie der Universität Gießen.

Dabei spielt eine ausreichende Stickstoffversorgung für die Umsetzungsprozesse im Boden eine entscheidende Rolle. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Gießen in einer 3-jährigen Studie zur Sicherung der Humusversorgung auf Ackerböden. Das Projekt wurde vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert.

Die Forscher werteten dazu unter anderem bisher vorliegende Langzeitstudien zum Thema aus. Dabei zeigte sich, dass Gründüngungsvarianten im Mittel zur Erhöhung des Humusanteils beitragen, während eine ausschließliche Strohdüngung nicht zu einer Anreicherung führt. Bisher schätzte man Stroh als günstiger für den Aufbau organischer Substanz ein, da es viel Lignin enthält und deshalb langsamer abgebaut wird.

Großen Einfluss auf die gewünschte, langfristige Kohlenstoffbindung durch Stroh hat der Stickstoffgehalt im Boden. Das zeigte sich bei der Auswertung früherer Studien und verschiedener Inkubationsversuche im Rahmen des Projekts. Je enger das Verhältnis von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N), desto mehr Kohlenstoff kann aus einem Düngersubstrat im Boden gehalten werden. Stroh wird anfangs langsamer abgebaut, da es ein weites C/N-Verhältnis aufweist. Insgesamt geht aber mehr Kohlenstoff verloren, wenn den Bodenorganismen der Stickstoff fehlt. Um das N-Angebot zu verbessern, empfehlen die Fachleute viehlosen Biobetrieben deshalb regelmäßig Futterleguminosen als Hauptfrucht anzubauen. Optimale Bedingungen für den Humusaufbau würden vor allem durch eine zusätzliche Ausbringung von Stallmist oder Biogassubstraten geschaffen, die über Futter-Mist-Kooperationen mit viehhaltenden Betrieben bezogen werden können.

Obwohl im konventionellen Ackerbau nur selten N-Defizite bestehen, sehen die Forscher auch hier Bedarf an humusaufbauenden Maßnahmen, die über den Verbleib von Koppelprodukten wie Stroh hinausgehen. Sie raten den Betrieben deshalb zu Zwischenfrüchten, aber auch zum Anbau von Futterleguminosen als Hauptfrucht. Je nach Betriebsstruktur und Standortvoraussetzung können sich diese Maßnahmen durch höhere Erträge bereits kurzfristig rechnen. Grundsätzlich sei eine gute Humuswirtschaft aber für jeden Betrieb eine empfehlenswerte Investition in die Zukunft, deren Kosten sich langfristig amortisieren.      

Kontakt

Elmar Seck
 Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Informationsmanagement BÖLN
Deichmanns Aue 29         
53179 Bonn                 
Telefon: 0228 6845-2926           
Mail: elmar.seck@ble.de