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Öko-Feldtage: "Praxis trifft Forschung" - Wissens- und Erfahrungsaustausch

Pressemitteilungen

Bei den bundesweiten Öko-Feldtagen auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen standen die Forschungsaktivitäten rund um die Eiweißpflanzen im Zelt "Praxis trifft Forschung" im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung am 21. Juni.

Logo BLE - Öko-Feldtage: "Praxis trifft Forschung"

Ohne Netzwerkarbeit und praktischen Input lässt sich künftige Forschungsförderung nur schwer realisieren. 

Anlässlich der Auftaktveranstaltung im Zelt "Praxis trifft Forschung" auf den Öko-Feldtagen in Grebenstein, Nordhessen, diskutierten Bio-Bäuerinnen und -Bauern, Bio-Beraterinnen und -Berater und Politik über die Rahmenbedingungen für mehr Bio-Praxis-Forschung am Beispiel der Eiweißpflanzen. 

"Wir unterstützen das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mit der Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie bei der Konzeption und Umsetzung dieser Strategie", erklärte BLE- Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden.

"Als Projektträger betreuen wir die Projekte im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) von Anfang an und stellen dabei fest, dass Wissenstransfer und Wissensaustausch sowie die Forschung die zentralen Säulen darstellen. Deren Aktivitäten leisten einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung unterschiedlichster Akteure der Branche. Dabei geht es um Wissens- und Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe zwischen Praxis, Beratung und Forschung, und das auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette."

Forschung als Dienstleister 

Landwirtinnen und Landwirte auf Augenhöhe zu begleiten, Forschung in die Praxis zu bringen, von der Vermarktungskette her zu denken und alle einzubeziehen, sah auch Jan Plagge, Bioland-Präsident und BÖLW-Vorstand, als entscheidende Erfolgskriterien an. Forschung sei der Dienstleister für die landwirtschaftliche Praxis, die wiederum der Gesellschaft durch alternative, breitere Fruchtfolgen und Erhaltung der biologischen Vielfalt einen Mehrwert biete. Gerade die Entwicklung der heimischen Eiweißpflanzen zeige, dass Demonstrationsnetzwerke wie bei der Eiweißpflanzenstrategie den Leguminosenanbau in Deutschland voranbringen. 

Martin Miersch veranschaulichte dies am Beispiel seines vom BMEL geförderten Soja-Netzwerkes, das mit 50 Betrieben in elf Bundesländern aktiv ist und deren Ziel es ist, den Anbau auszuweiten und zu verbessern sowie die Sojabohnen in Deutschland besser zu verwerten. Der heimische Sojaanbau konnte so in den vergangenen Jahren auf rund 16.000 Hektar ausgedehnt werden. 

Die an der Podiumsdiskussion Beteiligten und auch Züchter Werner Vogt-Kaute waren sich einig, dass das Sortenspektrum im ökologischen Landbau bei vielen Kulturen, vor allem Körner- und insbesondere feinsamige Leguminosen, weitaus begrenzter als im konventionellen Landbau ist. Künftig werden daher Sorten benötigt, die an die Bedingungen des Ökolandbaus angepasst sind: mit hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen sowie hoher Ertragsleistung und -stabilität.

Was braucht die Praxis von der Politik? 

"Die Praxis braucht von der Politik mehr Dialog. Dialog bieten die vorhandenen Netzwerke des BÖLN und der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie (EPS). Die EPS hat durch die Demonstrationsnetzwerke dem Leguminosenanbau in Deutschland zusätzlichen Rückenwind verschafft", so Dr. Eiden. Die Vernetzung und der Dialog von Akteuren mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Erfahrungen sowie aus unterschiedlichen Regionen machten die Netzwerke so wertvoll für die Praxis. 

Jan Plagge appellierte an die Politik bei der finanziellen Ausstattung der EPS nicht von Jahr zu Jahr zu denken, sondern in längerfristige Systeme zu investieren. Der BLE-Präsident ergänzte, dass die bisher auf drei Jahre begrenzte Förderung zu kurz sei, um den züchterischen Zielen näher zu kommen und eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Wünschenswert wäre eine längere Förderung von Züchtungsvorhaben. 

"Forschungsförderung ist ein lernendes System. Ein Teil der Arbeit erfolgt in den Netzwerken, die Hinweise geben sollten, was noch zu tun ist, um noch nachhaltiger zu werden. Der praktische Input ist hier besonders wichtig. Wir brauchen die aktive Rolle der Akteure", betonte BLE-Präsident Eiden abschließend.

Quelle: Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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