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Ökologische Hühner- und Schweinefütterung

Pressemitteilungen

Eine Forscherteam des Thünen-Instituts belegte, dass die Gehalte an Inhaltsstoffen regional erzeugter Öko-Futterkomponenten großen Schwankungen unterliegen. Daher sollten sie vor der Rationsgestaltung kontrolliert werden.

Sojabohnen in Hand. Foto: Jürgen Beckhoff

Das 3-jährige Projekt wurde vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. 

Das Forscherteam überprüfte 1.400 Proben verschiedener Getreide- und Körnerleguminosenarten auf ihren Gehalt an Rohprotein, Aminosäuren und den Vitaminen B1 und B2. Zudem entwickelten sie Kalibrationen, mit denen die Rohprotein- und Aminosäurengehalte per Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) bestimmt werden konnten.  

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gehalte aller Inhaltsstoffe in den Futtermitteln sehr großen Schwankungen unterliegen und im Mittel die gängigen Tabellenwerte unterschreiten. So wurden etwa bei Bioweizen Rohproteingehalte zwischen 89 und 154 Gramm pro Kilogramm Trockenmasse (g/kg T) festgestellt. Bei Bioerbsen lag der Gehalt zwischen 147 und 252 g/kg T. Als Hauptursache für die großen Unterschiede sehen die Fachleute den starken Einfluss von Sorte und Umweltbedingungen am Anbaustandort. 

Auf Basis der Ergebnisse berechneten die Experten, wie sich die Abweichungen beim Einsatz in Beispielrationen für Hühner und Schweine auswirken. Auch hier wurde der große Einfluss der unterschiedlichen Gehalte deutlich. So lag die Differenz des Rohproteingehalts bei zwei Rationen mit gleicher Rezeptur bei Futtermitteln aus dem gleichen Bundesland und Anbaujahr bei 33 g/kg T. Das Forscherteam weist darauf hin, dass die Unterschiede beim Gehalt wichtiger Inhaltsstoffe noch größer ausfallen, wenn die eingesetzten Futtermittel von anderen Standorten oder aus verschiedenen Anbaujahren stammen.  Die Untersuchung der Vitamingehalte ergab, dass die gängigen Futtermittel in der ökologischen Tierhaltung den Bedarf an Vitamin B1 von Hühnern und Schweinen decken können. Die Versorgung mit Vitamin B2 wird dagegen häufig nicht über Standardkomponenten sichergestellt. 

Auf Basis der Ergebnisse empfiehlt das Forscherteam Biobetrieben, die Inhaltsstoffe ihrer Futterkomponenten mithilfe der kostengünstigen NIRS-Methode regelmäßig zu kontrollieren und die Ergebnisse bei der Berechnung der Rationen zu berücksichtigen. Theoretische Gehalte aus Tabellen gäben dagegen nur eine ungefähre Größenordnung wider. Das Risiko einer Unterversorgung durch Nährstoffschwankungen können Betriebe auch durch zusätzliche, unterschiedliche Futterkomponenten verringern. Um die Versorgung mit Vitamin B2 sicherzustellen, sei es ratsam, Vitamin B2-reiche Futtermittel wie Grünmehl, Bierhefe, Kleegrassilagen oder entsprechende Zusatzstoffe zu ergänzen.

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