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Umfangreiches Forschungsprojekt zum ökologischen Gemüsebau gestartet

Im Dezember 2025 startete mit "ROBUSTGemüse" das bisher umfangreichste Forschungsprojekt zum ökologischen Gemüsebau. Mit breit aufgestellten Forschungsansätzen soll die Widerstandsfähigkeit der Gemüsebaubetriebe in Deutschland auf unterschiedlichen Ebenen analysiert und gestärkt werden. Dafür sind rund 40 Praxisbetriebe, etwa 80 sogenannte "Tastbetriebe" und 13 verschiedene Institutionen eingebunden.

Das Projekt ROBUSTGemüse ist zunächst auf drei Jahre angelegt mit Option auf Verlängerung und wird über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH) gefördert.

"Der Name des Projekts ist für alle beteiligten Forschungs- und Beratungseinrichtungen Programm", sagt Ann-Kathrin Bessai von der beteiligten Bioland Praxisforschung GmbH. "Es geht darum, ein möglichst breites Wissen aufzubauen, mit dem sich Gemüsebaubetriebe zukünftig robuster aufstellen können gegenüber Einflüssen von außen."

Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Anbau. Aber auch ökonomische Aspekte, die Stabilität bestehender Wertschöpfungsketten und die innerbetriebliche Verwertung von anfallenden gartenbaulichen Reststoffen in einem Biomeiler werden behandelt. "Was fördert die Resilienz, was schränkt sie ein und wie können Betriebe mögliche Schwachstellen aufdecken und Lösungsansätze finden? Das sind die zentralen Fragen, mit denen das Projekt sich beschäftigt", erklärt Bessai.

Im Mittelpunkt stehen dabei bundesweit aufgebaute Praxisforschungsnetzwerke. Gemeinsam mit Forschenden und Fachleuten aus der Beratung werden in den Netzwerken konkrete Fragestellungen von Praktikerinnen und Praktikern erarbeitet und in Praxisversuchen getestet. Dabei geht es um allgemeine, kulturspezifische Ansätze für Kartoffeln, Zwiebelgewächse, Wurzelgemüse, Kohl und Knoblauch, aber auch um spezielle Herausforderungen in den einzelnen Anbauregionen.

Im Einzelnen sollen neue Ansätze entwickelt werden, wie Betriebe auf veränderte Umweltbedingungen und neue Schaderreger wie die Schilf-Glasflügelzikade reagieren können. Für einen resilienten Umgang mit Schädlingen wird unter anderem die Etablierung von Nützlingen unter Freilandbedingungen weiterentwickelt. Zudem geht es um tragfähige Strategien in der Kulturführung und Fruchtfolge, die zu stabilen Erträgen und Qualitäten beitragen können. Auch neue Kulturen und Sorten mit höherer Anpassungsfähigkeit werden untersucht, genauso wie Methoden für ein effizientes, nachhaltiges Nährstoff- und Wassermanagement.

Die Projektpartner

Am Projekt beteiligt sind die Öko-BeratungsGesellschaft mbH, Bioland Praxisforschung GmbH, Demeter Beratung e.V., Universität Hohenheim, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau e.V., Universität Kassel, Deutsches Biomasseforschungszentrum, Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau, Julius-Kühn-Institut, Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, KATZ Biotech AG, Landesbestrieb Landwirtschaft Hessen und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Quelle: Pressemitteilung des BÖL