Der Absatz von Bio-Produkten basiert auf dem Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Das gilt besonders bei Importprodukten. Globale Lieferketten erhöhen das Risiko für Betrugsversuche. Das vierjährige Projekt "Sicherstellung der Integrität von Drittlandsimporten bei Öko-Produkten" (Securbio) zielt darauf ab, Betrugsfälle und Verstöße gegen die EU-Öko-Verordnung rechtzeitig zu erkennen und ihnen vorzubeugen. Gefördert wurde das nun abgeschlossene Projekt über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL).
Um die Qualität und Sicherheit importierter Bio-Produkte zu gewährleisten, haben die Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS) und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Deutschland ein umfangreiches Maßnahmenpaket erstellt: Es wurde ein Design für ein datenbasiertes Frühwarnsystem entwickelt. Mit dessen Hilfe lassen sich Risikoprodukte und Risikoländer identifizieren, indem Exportdaten, Beschwerdehistorien und Korruptionsindizes miteinander verknüpft werden.
Der "Leitfaden für Importe von Bio-Produkten aus Drittländern in die Europäische Union" für Importeurinnen und Importeure bietet Hilfestellung bei der internen Qualitätssicherung und erleichtert es, die Herkunft der Importware lückenlos zurückzuverfolgen. Mithilfe der Darstellung von Kontroll- und Prüfstrategien unterstützt der Leitfaden dabei, die Einhaltung der seit 2025 geltenden Konformitätsregeln für EU-Bio-Exporte in den Herkunftsländern zu überprüfen. In Fachseminaren wurden die risikoorientierte Kontrollinstrumente vorgestellt.
Damit Öko-Kontrollstellen, die Import-Fachbehörden der Bundesländer und die zuständigen Behörden für die Durchführung der Verordnung (EU) 2018/848 angemessen auf Rückstandsfunde reagieren können, hat ein internationales Team von Expertinnen und Experten mit Beteiligung der GfRS ein "Vademecum zur amtlichen Untersuchung von ökologischen Produkten" erstellt. Das Nachschlagewerk bietet Entscheidungsbäume und Methoden, um bei amtlichen Untersuchungen zuverlässiger zwischen Verstößen und unvermeidbaren Kontaminationen unterscheiden zu können.
Außerdem hat das FiBL die möglichen Folgen der neuen Konformitätsregeln für Kleinbäuerinnen und -bauern und für die Bio-Lieferketten untersucht. Die Studienautoren warnen vor einer Überforderung der Kleinbauerngruppen in Drittländern. Denn viele Produzentengruppen können die verschärften bürokratischen Anforderungen nicht erfüllen. Das hat gravierenden Folgen: Kleinbäuerinnen und -bauern und Kooperativen im globalen Süden könnten ihre Bio-Zertifizierung und damit ihre Existenzgrundlage verlieren. Dadurch würden die Importmengen nach Deutschland sinken. Auch aufgrund des teilweise unzureichenden Angebots an heimischer Bio-Ware könnte die wachsende Verbrauchernachfrage nach Bio-Produkten und exotischen Kulturen in Deutschland nicht zufriedenstellend gedeckt werden.
Hier geht's zum Abschlussbericht des Projektes Securbio
Quelle: Pressemeldung Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL)