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Damit eine Kuh Milch gibt, ist die Geburt von Kälbern notwendig. Allein im Landkreis Miesbach, einer Grünlandregion am Alpenrand im Süden Bayerns, kommen jedes Jahr rund 5.000 Bio-Kälber in bio-zertifizierten Milchviehbetrieben zur Welt. Etwa 3.000 davon werden nicht für die eigene Nachzucht gebraucht und über Märkte und Händler an Mastbetriebe außerhalb der Region verkauft. Dies hat zum Teil langandauernde Tiertransporte für die nur vier Wochen alten Kälber zur Folge.
Damit die Kälber aus der Bio-Milchviehhaltung in der Region aufwachsen können, soll eine regionale Bio-Wertschöpfungskette für Bio-Weiderindfleisch aufgebaut werden. Dazu wurde eine projektgebundene Koordinationsstelle eingestellt, die die unterschiedlichen Akteure entlang der Wertschöpfungskette, angefangen von den Milch- und Mastbetrieben über die Verarbeitung bis hin zur Außer-Haus-Verpflegung miteinander verknüpft und den Prozess des Wertschöpfungskettenaufbaus koordiniert. Denn um die Wertschöpfungskette aufzubauen müssen zum einen Mastplätze für Kälber aus der Bio-Milchviehhaltung geschaffen werden, zum anderen Absatzmärkte für bioregionales Weiderindfleisch und dessen Produkten, insbesondere in die Außer-Haus-Verpflegung der Bio-Stadt München, entwickelt werden.
Im Jahr 2025 wurden 90 Tiere von 35 verschiedenen Erzeugern geschlachtet, verarbeitet und vermarktet, die Koordinationsstelle organisierte dabei die Schlachtanmeldungen, die Verarbeitung und die Fleischauslieferungen an Gastros und Kantinen. Daneben organisiert sie das Marketing und akquriert kontinuierlich sowohl neue Lieferenten als auch neue Abnehmer.
Ideelle Ziele sind hierbei die Wertschätzung für Bäuerinnen und Bauern und höheres Tierwohl durch die Vermeidung von längeren Tiertransporten und Weidegang für die Kälber und Rinder. Gleichzeitig werden aktiver Klimaschutz und der Erhalt der Biodiversität gefördert.
60 Prozent der Betriebe im Landkreis Miesbach haben ein Nachfolgeproblem (Ergebnis der SWOT-Analyse der Leader-Entwicklungsstrategie für den Landkreis Miesbach 2022). Um diese kleinen Familienbetriebe erhalten zu können, wäre der Umstieg vom Milchvieh- zum Weidemastbetrieb eine gute Alternative und meist mit wenig Aufwand möglich.